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Liebe Geschwister und Freunde!
Seit meinem letzten Rundbrief ist etwas Zeit vergangen, aber
wie ihr ja wisst, war ich im Juni in Bremen auf Heimatdienst. Nun möchte ich
mich nach längerer Zeit wieder zurück melden. Es ist für mich immer eine große
Freude in Deutschland zu sein, um alle die Geschwister zu treffen, die ich
kenne. Seit meiner Rückkehr nach Italien ist es für mich sehr schwer, die Hitze
zu ertragen, da der Sommer hier noch lange nicht vorbei ist. Viele Italiener,
darunter besonders viele Frauen und Kinder, machen dann im Juli und August für
längere Zeit Urlaub. Die Städte sind dann sehr verwaist, zurück bleiben überwiegend
die älteren Leute und die, welche sich keinen Urlaub leisten können. Daher
konnte ich in dieser Zeit unter vielen Senioren evangelisieren. Hier in Tivoli
kennen mich viele ältere Leute und ich sie, daher ist es leicht für mich, mit Ihnen
ins Gespräch zu kommen; oft kommen sie auch selbst auf mich zu, um mir Fragen
über den Glauben zu stellen.
Unter diesen Älteren gibt es zwei
Brüder, Ivano und Marcello. Von Ivano könnte man sagen, dass er der Antichrist
von Tivoli sei, da er durch die Macht und die Lügen der katholischen Kirche
sehr enttäuscht wurde. Jeden Tag geht er durch Tivoli und erzählt den älteren
Menschen, dass die Kirche immer lügt. Dazu benutzt er auch Zeitungsartikel und
Bücher als Beweise, um zu belegen, dass er recht hat. Leider kennt Ivano den
Unterschied zwischen Gläubigen und der Kirche nicht, da für ihn alles gleich
ist. Für ihn gibt es keinen Gott und Jesus war nur ein ganz normaler Mensch.
Über zweitausend Jahre hätte die Kirche die Menschen belogen.
Doch sobald wir uns begegnen,
begrüßt er mich schon von weitem und zwar immer mit dem Namen Maestro oder
Master. Er sucht ständig das Gespräch mit mir, und wenn ihm keine Antwort mehr
einfällt, geht er murmelnd davon. Eines Tages fragte er mich, warum ich nach
Tivoli gekommen sei, worauf ich ihm antworten konnte, dass ich Menschen wie ihm
von Jesus erzählen möchte, da Jesus die Wahrheit ist und keine Lüge in ihm, wie
selbst Pilatus es erkannt hat.
Sein Bruder Marcello hat mir vor
drei Jahren gesagt, ich solle ihn nicht mehr grüßen. Doch seit einiger Zeit
begrüßt er mich freundlich und sucht das Gespräch über den Glauben. Bei einem Spaziergang
durch die Stadt fragte er, ob ich das Gebet unseres Herrn in französischer
Sprache besitze, da er es gerne mit der italienischen Übersetzung vergleichen
möchte. Sein Bruder hätte ihm gesagt, dass es nicht übereinstimmen würde.
Nachdem er es überprüft hat, konnte er nur zu mir sagen, dass sein Bruder im
Unrecht ist. Bei einem gemeinsamen Spaziergang trafen wir einen jungen Sportskameraden
namens Mauro von mir. Daraus ergab sich folgender Dialog zwischen Marcello und
mir: Marcello: Ist dieser Mauro einer von uns ? Gegenfrage von mir: Was meinst
du mit von uns? Marcello: Nun ja, evangelisch wie wir. Gegenfrage: Seit wann
bist du evangelisch? Marcello: Das was du bezeugst, ist das Beste für mich,
langsam werde ich einer wie du. Leider ist er bis jetzt noch nicht zu unserer
Versammlung gekommen. Bitte betet für ihn, dass er wirklich sein Leben ganz
Jesus anvertraut.
Mit Mario und Renzo bin ich sogar
in die Berge gegangen, um in Ruhe mit ihnen zu sprechen. Mario ist Witwer und
wohnt über mir. Seit dem Tode seiner Frau spielt er den Casanova von Tivoli.
Mit all seinen Geschichten und Problemen kommt er nun zu mir, da er meint, ich
wäre sein Seelsorger. Da er im Moment eine feste Freundin hat, habe ich ihm geraten,
sie zu heiraten. Doch die Witwenrente seiner Freundin ist ein nicht
unerhebliches Argument gegen diesen Schritt, denn diese würde bei einer Heirat
gestrichen werden.
Mario ist sehr angetan von meinem
Glauben und fragt immerzu, woher ich die Kraft nehme, um immer Zeugnis zu geben.
Er kennt mich nunmehr seit 4 Jahren, aber noch nie ist er in unsere Versammlung
gekommen. Bitte betet für ihn, dass Jesus sein Herz berühren möge.
Renzo, der Vater von Sandro, ist
ein sehr konfuser Mensch. Einmal sagt er, er sei ein Anthroposoph (Anhänger der Lehre von Rudolf Steiner), ein
anderes Mal fühlt er sich als der letzte große Prophet, der in den Fünfziger
Jahren alles aufgeschrieben hat, was Gott ihm mitgeteilt hat. Wiederum glaubt
er, dass er seinen Körper im Bett gelassen habe und seine Seele in den Himmel
gereist sei; auch eine Rückkehr in einem Tierkörper auf diese Welt ist ihm
nicht fremd. Er tut mir so leid, wir beten immer für ihn und seine Frau.
Darum bitte ich auch um Gebetsunterstützung für Renzo, damit Jesus als
Heiland für ihn Wirklichkeit wird. Er freut sich immer, wenn er mich schon von
ferne sieht.
Seit dem 1. September hat sich
Nicola Martella ein Jahr von der Bibelschule freistellen lassen. Denkt bitte
auch im Gebet an ihn und seine Frau, da beide den Dienst hier in Tivoli tun.
Das neue Kirchenjahr hat
begonnen. Bitte betet, dass wir auch hier in Tivoli weiterhin die Möglichkeit
haben, öffentlich zu evangelisieren. Betet für die Einheit der Christen in
Italien. Betet bitte auch für mich, da ich dringend eine neue bezahlbare
Wohnung brauche und für meine Unterstützung. Bitte betet auch für Anna Rita,
der Frau von Sandro, die Ende September ihr drittes Kind erwartet. Ebenso für
die im vierten Monat schwangere Bianca, bei der es einige Komplikationen gibt.
Möge der Herr bei beiden Frauen alles leiten und die Schwangerschaft segnen. Weiterhin
ist der Saal ein Gebetsanliegen. Letzte Woche habe ich mir zwei angesehen,
einer hatte 80 qm zum Preis von 240.000,-- Euro, der andere sollte mit 40 qm
100.000,-- Euro kosten.
Wenn der Herr Jesus nicht eingreift,
ist es unmöglich, diese Preise in Tivoli zu bezahlen.
Heb. 13,20-21: Der Gott des
Friedens aber, der aus den Toten wiederbrachte unseren Herrn Jesus, den großen
Hirten der Schafe, in dem Blute des ewigen Bundes, vollende euch in jedem guten
Werke, um seinen Willen zu tun, in euch schaffend, was vor ihm wohlgefällig
ist, durch Jesum Christum, welchem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu
Ewigkeit! Amen.
Euer Antonio Gaeta
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