«Der Glaube, der denkt» - «die Herausforderung in unserer Zeit annehmen»

Italien braucht Mission: Mission ist vielseitig

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Neues von F.A. Gaeta
 
 
 
 
 
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
 
 

RUNDBRIEF 38 (SEPTEMBER 2006)

 

Liebe Geschwister und Freunde!

 

Seit meinem letzten Rundbrief ist etwas Zeit vergangen, aber wie ihr ja wisst, war ich im Juni in Bremen auf Heimatdienst. Nun möchte ich mich nach längerer Zeit wieder zurück melden. Es ist für mich immer eine große Freude in Deutschland zu sein, um alle die Geschwister zu treffen, die ich kenne. Seit meiner Rückkehr nach Italien ist es für mich sehr schwer, die Hitze zu ertragen, da der Sommer hier noch lange nicht vorbei ist. Viele Italiener, darunter besonders viele Frauen und Kinder, machen dann im Juli und August für längere Zeit Urlaub. Die Städte sind dann sehr verwaist, zurück bleiben überwiegend die älteren Leute und die, welche sich keinen Urlaub leisten können. Daher konnte ich in dieser Zeit unter vielen Senioren evangelisieren. Hier in Tivoli kennen mich viele ältere Leute und ich sie, daher ist es leicht für mich, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen; oft kommen sie auch selbst auf mich zu, um mir Fragen über den Glauben zu stellen.

     Unter diesen Älteren gibt es zwei Brüder, Ivano und Marcello. Von Ivano könnte man sagen, dass er der Antichrist von Tivoli sei, da er durch die Macht und die Lügen der katholischen Kirche sehr enttäuscht wurde. Jeden Tag geht er durch Tivoli und erzählt den älteren Menschen, dass die Kirche immer lügt. Dazu benutzt er auch Zeitungsartikel und Bücher als Beweise, um zu belegen, dass er recht hat. Leider kennt Ivano den Unterschied zwischen Gläubigen und der Kirche nicht, da für ihn alles gleich ist. Für ihn gibt es keinen Gott und Jesus war nur ein ganz normaler Mensch. Über zweitausend Jahre hätte die Kirche die Menschen belogen.

     Doch sobald wir uns begegnen, begrüßt er mich schon von weitem und zwar immer mit dem Namen Maestro oder Master. Er sucht ständig das Gespräch mit mir, und wenn ihm keine Antwort mehr einfällt, geht er murmelnd davon. Eines Tages fragte er mich, warum ich nach Tivoli gekommen sei, worauf ich ihm antworten konnte, dass ich Menschen wie ihm von Jesus erzählen möchte, da Jesus die Wahrheit ist und keine Lüge in ihm, wie selbst Pilatus es erkannt hat.

     Sein Bruder Marcello hat mir vor drei Jahren gesagt, ich solle ihn nicht mehr grüßen. Doch seit einiger Zeit begrüßt er mich freundlich und sucht das Gespräch über den Glauben. Bei einem Spaziergang durch die Stadt fragte er, ob ich das Gebet unseres Herrn in französischer Sprache besitze, da er es gerne mit der italienischen Übersetzung vergleichen möchte. Sein Bruder hätte ihm gesagt, dass es nicht übereinstimmen würde. Nachdem er es überprüft hat, konnte er nur zu mir sagen, dass sein Bruder im Unrecht ist. Bei einem gemeinsamen Spaziergang trafen wir einen jungen Sportskameraden namens Mauro von mir. Daraus ergab sich folgender Dialog zwischen Marcello und mir: Marcello: Ist dieser Mauro einer von uns ? Gegenfrage von mir: Was meinst du mit von uns? Marcello: Nun ja, evangelisch wie wir. Gegenfrage: Seit wann bist du evangelisch? Marcello: Das was du bezeugst, ist das Beste für mich, langsam werde ich einer wie du. Leider ist er bis jetzt noch nicht zu unserer Versammlung gekommen. Bitte betet für ihn, dass er wirklich sein Leben ganz Jesus anvertraut.

     Mit Mario und Renzo bin ich sogar in die Berge gegangen, um in Ruhe mit ihnen zu sprechen. Mario ist Witwer und wohnt über mir. Seit dem Tode seiner Frau spielt er den Casanova von Tivoli. Mit all seinen Geschichten und Problemen kommt er nun zu mir, da er meint, ich wäre sein Seelsorger. Da er im Moment eine feste Freundin hat, habe ich ihm geraten, sie zu heiraten. Doch die Witwenrente seiner Freundin ist ein nicht unerhebliches Argument gegen diesen Schritt, denn diese würde bei einer Heirat gestrichen werden. 

     Mario ist sehr angetan von meinem Glauben und fragt immerzu, woher ich die Kraft nehme, um immer Zeugnis zu geben. Er kennt mich nunmehr seit 4 Jahren, aber noch nie ist er in unsere Versammlung gekommen. Bitte betet für ihn, dass Jesus sein Herz berühren möge.

     Renzo, der Vater von Sandro, ist ein sehr konfuser Mensch. Einmal sagt er, er sei ein Anthroposoph (Anhänger der Lehre von Rudolf Steiner), ein anderes Mal fühlt er sich als der letzte große Prophet, der in den Fünfziger Jahren alles aufgeschrieben hat, was Gott ihm mitgeteilt hat. Wiederum glaubt er, dass er seinen Körper im Bett gelassen habe und seine Seele in den Himmel gereist sei; auch eine Rückkehr in einem Tierkörper auf diese Welt ist ihm nicht fremd. Er tut mir so leid, wir beten immer für ihn und seine Frau. 

Darum bitte ich auch um Gebetsunterstützung für Renzo, damit Jesus als Heiland für ihn Wirklichkeit wird. Er freut sich immer, wenn er mich schon von ferne sieht.

     Seit dem 1. September hat sich Nicola Martella ein Jahr von der Bibelschule freistellen lassen. Denkt bitte auch im Gebet an ihn und seine Frau, da beide den Dienst hier in Tivoli tun.

     Das neue Kirchenjahr hat begonnen. Bitte betet, dass wir auch hier in Tivoli weiterhin die Möglichkeit haben, öffentlich zu evangelisieren. Betet für die Einheit der Christen in Italien. Betet bitte auch für mich, da ich dringend eine neue bezahlbare Wohnung brauche und für meine Unterstützung. Bitte betet auch für Anna Rita, der Frau von Sandro, die Ende September ihr drittes Kind erwartet. Ebenso für die im vierten Monat schwangere Bianca, bei der es einige Komplikationen gibt. Möge der Herr bei beiden Frauen alles leiten und die Schwangerschaft segnen. Weiterhin ist der Saal ein Gebetsanliegen. Letzte Woche habe ich mir zwei angesehen, einer hatte 80 qm zum Preis von 240.000,-- Euro, der andere sollte mit 40 qm 100.000,-- Euro kosten.

     Wenn der Herr Jesus nicht eingreift, ist es unmöglich, diese Preise in Tivoli zu bezahlen.

     Heb. 13,20-21: Der Gott des Friedens aber, der aus den Toten wiederbrachte unseren Herrn Jesus, den großen Hirten der Schafe, in dem Blute des ewigen Bundes, vollende euch in jedem guten Werke, um seinen Willen zu tun, in euch schaffend, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesum Christum, welchem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

 

Euer Antonio Gaeta

 

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